Inside Podcast #2 - Hendrik Tuttlies: Kunst, Freiheit und Engagement

Shownotes

Hendrik Tuttlies im INSIDE TETTNANG Podcast

In der zweiten Podcastfolge treffen wir den Tettnanger Maler Hendrik Tuttlies.

Wir sprechen mit ihm über seinen werdegang künstlerische Arbeit, seine Inspirationsquellen und darüber, wie aus einer ersten Idee ein fertiges Kunstwerk entsteht. Außerdem geht es um die Bedeutung von Freiheit in der Kunst und um die Frage, welche Rolle Künstler im kulturellen Leben einer Stadt übernehmen können.

Themen dieser Folge

• Hendrik Tuttlies und sein persönlicher Weg zur Kunst seine ersten Zeichnungen für Prospekte und Werbematerialien • die Verbindung von Gestaltung, Marketing und Kunst • sein persönlicher und beruflicher Weg nach Kanada • sein Erfolg bei der Vermarktung von Immobilien • die Ideen und Geschichten hinter seinen Bildern • Inspiration, Kreativität und künstlerische Freiheit • Kunst und Kultur in Tettnang • die Ausstellung „Freiheit ohne Folgen“ • die Benefizversteigerung zugunsten des Tierschutzvereins Tettnang • persönliche Gedanken zu Tettnang und zur regionalen Kulturszene

Kunst für einen guten Zweck

Hendrik Tuttlies stellt eines seiner Bilder für eine Versteigerung zugunsten des Tierschutzvereins Tettnang zur Verfügung. Das vorgesehene Mindestgebot beträgt 400 Euro.

Transkript anzeigen

00:00:00: Henrik, wir sitzen hier bei dreißig Grad im Schatten und machen ein Podcast.

00:00:04: Aber das kriegen wir hin!

00:00:06: Du bist ein interessanter Mann, du bist Künstler aber du warst nicht gleich am Anfang deiner Entwicklung der große Künstlerin sondern hast ganz viele Dinge gemacht.

00:00:17: Du hast Wandlungen durchlaufen in deinem Leben wie so viele Menschen begonnen hat das Ganze in Magdeburg.

00:00:26: Da bist du in den fünftiger Jahren glaube ich mit deiner Familie in den Westen rübergegangen.

00:00:31: Wie ist das abgelaufen?

00:00:33: Jetzt hat es gerade gepiept hier bei mir.

00:00:36: Was sagst du als Künstler zu unserem Logo?

00:00:47: Ach so, Insight, vom Herz her.

00:00:48: Insight-Tetner!

00:00:50: Ist gut finde ich gut.

00:00:51: Ja?

00:00:51: Ja.

00:00:52: Kann man nochmal ein Bild rausmachen.

00:00:54: Doch

00:00:54: ganz gut.

00:00:55: Also es läuft alles?

00:00:58: Gibt die noch eine?

00:00:59: Ich habe eine.

00:01:00: Achso nicht von dem sondern von deiner...

00:01:04: Henrik, wir sitzen hier bei dreißig Grad im Schatten machen ein Podcast.

00:01:08: Aber das kriegen wir hin.

00:01:10: Du bist ein interessanter Mann du bist Künstler aber du warst nicht gleich am Anfang deiner Entwicklung der große Künstlerin und hast ganz viele Dinge gemacht.

00:01:21: Du hast Wandlungen durchlaufen in deinem Leben wie so viele Menschen begonnen hat das Ganze in Magdeburg.

00:01:30: Da bist du in den fünftiger Jahren glaube ich mit deiner Familie in den Westen.

00:01:35: So ist es.

00:01:35: Wie

00:01:35: ist das abgelaufen?

00:01:37: Das war für mich, ich habe gar nichts mitgekriegt im Grunde und davon.

00:01:42: Ich war acht Jahre neun Jahre alt und meine Eltern und Großeltern haben ein Haus gehabt.

00:01:47: wir lebten zusammen dort alle und hatten einen Fuhrunternehmen.

00:01:52: und wie das so ist in Osten da gab's keine Ersatzteile, ich mache das so in Kurzform ja, da gab es keine Ersetzteile die man für die Maschinen brauchte.

00:02:03: Die haben sich im Wissen besorgt und das war verboten.

00:02:07: Und irgendwann eines Tages kam jemand vom Amt, den wir gut kannten und sagt zu uns ihr müsst gehen weil morgen werden eure Männer verhaftet.

00:02:14: Ihr habt illegale Sachen gemacht!

00:02:16: Ihr habt euch Material besorgt was nicht erlaubt ist in Osten.

00:02:21: Dann haben wir die Sachen gepackt von heute auf morgen zwei Aktentaschen und ein paar Klamotten zum, die wir getragen haben und sind mit der S-Bahn nach Berlin gefahren – nach Westberlin.

00:02:33: Aber das war nicht so einfach.

00:02:34: Dort hat man uns die Volkspolizei aus der S-Bahn rausgeholt, aber eben... Da wäre es ja

00:02:43: fast unmöglich gewesen?

00:02:45: Wahrscheinlich!

00:02:45: Da hätte man ein bisschen einen Tunnel graben und dann sind wir dort haben die uns verhört.

00:02:54: Mein Großvater und mein Vater hatten die Akten-Taschen und Papiere, die haben sie nicht raus.

00:02:58: Die sind dann weiter über die Grenze rüber zu dem verabredeten Ort in Westberlin.

00:03:03: Und wir waren aber vorbereitet gedanklich.

00:03:06: Wir haben gesagt, wir wollen einen Bekannten besuchen und den haben wir auch besucht.

00:03:11: Die haben uns hingebracht dort in das Stalinallee, bekannte Allee damals in Ostberlin neu bauten.

00:03:19: Dann hat der uns schwarz zu Fuß über die Grenze gebracht, zu dem verabredeten Ort.

00:03:24: Es für mich war das spannend aber ich habe den Vermerk bekommen von meinen Eltern du sagst kein Wort, bist ganz ruhig was ich auch gemacht hab.

00:03:39: Ja,

00:03:40: und wie ging es dann im Westen weiter?

00:03:42: Werdet Verwandte da oder...

00:03:44: Nein gar nicht.

00:03:45: Meine Mutter hatte immer noch so einen Kopf.

00:03:46: sie möchte gerne wenn schon in den Westen dann ganz ins Süden an dem Bodensee.

00:03:51: Woher sich das aufgeschnappt hat keine Ahnung weiß ich nicht.

00:03:54: Sie ist ein bisschen

00:03:55: außen rumgesprochen dass der Bodenseee nicht schlecht

00:03:57: ist.

00:03:57: Muss schön sein ja genau.

00:04:00: Und dann begann des Ausfliegen aus damals mit der Luftbrücke Panamerikaner.

00:04:06: Die Amerikaner haben uns ausgeflogen von Westberlin nach Frankfurt und in den Frankfurts Flüchtlingslage kurz, dann von Frankfurt nach Stuttgart dort wieder Weinberg.

00:04:18: das war die Burg Weibertreu da war in Weinberg hat man schon als Familie ein kleines Häuschen bekommen also ganz vier mal fünf Meter.

00:04:28: Da haben wir dann gewohnt, bis wir zugeteilt wurden in den Süden runter nach Ravensburg.

00:04:36: In Ravensbruck gab es die Militärkaserne von früher und da wurden wir wieder untergebracht in einem Raum, ich sage mal viermal acht Meter mit sieben Stockbetten drin.

00:04:48: Und da waren mehrere Familien untergebracht – und wie auch!

00:04:51: Und dort habe ich nach Arbeit gesucht.

00:04:53: Meine Mutter hat einen Job bekommen bei Orion in Vyrrheshaven damals, das war ein Kaufhaus.

00:04:59: Mein Großvater bei den Franzosen im Depot.

00:05:01: Mein Vater bei MTU in der Werkzeugausgabe.

00:05:06: Das

00:05:06: war so in den sächsigen

00:05:08: Jahren?

00:05:09: Ja, das waren so fünfundfünfzig und achtundfünfzig war es in die Richtung.

00:05:12: Also

00:05:14: eine Aufbruchstimmung in Deutschland, das bräuchten wir heute mal wieder.

00:05:18: Wir wären ja geblieben wenn sie uns nicht angezeigt hätten oder wollten wegen die Aussie ist damals diese die Gemeinden dass wir eben uns Material aus dem Westen besorgt haben was nicht erlaubt war und dann werden unsere Männer in Knast gekommen und da hätte niemand was davon.

00:05:34: also Neuanfang neustart Mein Vater kriegt schwerkriegsbeschädigt, so mit so einer Hand.

00:05:41: Dann in Oberteuringens erste Häuschen gemietet, also Wohnung gemietet bei einem Bauunternehmer Föhringer.

00:05:47: Der ist hier allgemein bekannt.

00:05:50: Ja Straßenbau und Obst oder Anlage usw.

00:05:54: Du bist hier zur Schule gegangen?

00:05:56: Ich bin dann in Obertheuringen erst in die Schule gegangen, dann in die Volksschule im alten Schulgebäude.

00:06:03: Kunden dann als Kinder immer die Stunden, sind wir daneben bei der Kirche.

00:06:08: Da mussten wir die Glocke läuten und so.

00:06:10: Es war wirklich spannend.

00:06:17: Dann hat man sich weiterentwickelt.

00:06:19: Und mal gesagt mir wollen die Leute da, wenn unsere Männer schon in Friedrichshafen arbeiten gehen wir doch näher nach Friedrichshafen haben einen Großvater eine Wohnung genommen in Friedichshaven und wir haben auch eine Wohnung bekommen ganz nah an der MTU dran nur hundert Meter vom Eingang entfernt bei den franzosen Kasernen, die ehemaligen dort da wo die Berufsschule waren.

00:06:41: Ja ja, Schiffsmotoren auf jeden Fall und dort habe ich dann Werkzeugmacher gelernt.

00:06:45: später, nach der Schule, nach Grundschule.

00:06:50: Grundschulen gegangen, dort Sport gemacht.

00:06:51: Also

00:06:52: Werkzeug-Macher heißt

00:06:55: ja

00:06:55: dass

00:06:59: du sehr filigran handwerklich.

00:07:03: Ich habe zu spät angefangen mit malen im Grunde genommen, weil da lässt dann diese Fingerfertigkeit schon wieder nach.

00:07:11: Das war interessant und die Prüfung bestanden.

00:07:18: Da bin ich ins Zeichenbüro gegangen dort, weil ich wollte dann nicht in Betrieb und das ist alles so ölig und schmierig.

00:07:22: Das lag mir nicht.

00:07:23: Bin ich ins zeichenbюro gegangen und habe dort Ersatzteilkatalog gezeichnet von den Motoren die V-Motoren ja im Perspektive mit Zahnrädern und da gab es Schablonen extra dafür und das war sehr spannend und hat Spaß gemacht.

00:07:37: Du hast gemerkt dass du ein gewisses Talent hast zu zeichnen?

00:07:40: Ja!

00:07:41: Und das wollte ich also weiterführen unbedingt.

00:07:43: Und dann hat man geschaut, wo kommt man am besten hin?

00:07:46: Dann gab es die Bodenseekunstschule in Konstanz.

00:07:49: Das war die Villa Prim am Yachthafen in Konstans und da habe ich mich beworben und mit meinen Zeichnungen, die ich so gemacht hatte, hatten wir mich angenommen aber sie waren relativ teuer und was bei uns nur immer noch erschwinglich war.

00:08:08: Aber das war eine Privatschulde, die mussten wir bezahlen und privat bezahlen.

00:08:13: Und dann, was aber gut war, dass man natürlich immer hin und her fahren konnte.

00:08:17: Ich musste nicht irgendwo in den Zimmer nehmen, ich musste dort leben... Bist du in Konstanz rübergekommen?

00:08:23: Mit der Fähre.

00:08:24: Und dann war noch jemand da.

00:08:26: Wir haben wir kennengelernt, das waren vermögende junge Dame.

00:08:31: Die hatten Carmen Gia gehabt.

00:08:33: Und mit ihr sind wir dann morgens auf die Fähren nach Konstanz gefahren und abends wieder zurück.

00:08:39: Du hast gemerkt, dass du gewisses Talent hast zu zeichnen!

00:08:42: Wie kam es hin?

00:08:43: zu der Werbeagentur?

00:08:44: Du bist ja dann irgendwann in die Werbung eingestiegen.

00:08:46: Ja, das war dann... Nachdem ich vier Semester dort auf der Schule war habe ich gesagt zu meinen Eltern Ich kann nichts mehr lernen dort und warum soll ich euch auf der Tasche liegen?

00:08:58: Ich versuch mich selbstständig zu machen Und dann hab' ich einen Flyer gemacht wie das damals so üblich war Hab den drucken lassen, hab den rumgeschickt hier in der Gegend zu verschiedenen Firmen.

00:09:10: Man glaubt es nicht, ich hab dann Anfragen bekommen und bin dann zu den Leuten hingefahren.

00:09:17: Und das war natürlich interessant und spannend.

00:09:21: Man hat sich damals auch gekleidet wie im Grafik-Designer.

00:09:24: Samzaco, Rüchenhemd, lange Haare...

00:09:28: In welchem Jahr sind wir da ungefähr?

00:09:29: Da sind

00:09:30: wir dann, also ... ... was ist das?

00:09:38: Genau, ja.

00:09:41: Und das saß man dann bei den Firmenchefs.

00:09:45: Da gab es nicht den Brokeristen der das gemacht hat sondern da gab die Chefs, die haben das selber entschieden und hat dann was von Werbung erzählt.

00:09:54: Ja, das ging ganz gut.

00:09:55: ich habe mich dann etabliert.

00:09:56: Ich hab Aufträge bekommen Feinwerktechnik Schleicher in Markthof Die haben so Akten für Nicht- und Ballenpressing gemacht dann Garninja Vorhangschienenfabrik in Isney und ja, dann das war noch ... Donny kam später dazu mit Messestände.

00:10:14: Und so habe ich so viel zu tun gehabt dass ich wirklich von morgens früh bis nachts um elf gearbeitet hab.

00:10:22: Du

00:10:22: hast immer noch angestellt.

00:10:23: dazu dem Zeitpunkt?

00:10:25: Nein, ich war schon selbstständig.

00:10:26: Ja, mein erstes Auto war alt damals, den habe ich gesehen beim Autohaus Hof Reparaturwerkstatt in Friedeshafen.

00:10:37: Das war ein Opeladmiral, gelb riesiges Opel-Admiral und den, ich weiß nicht was der gekostet hat, mal günstig gebraucht, ich glaube zweitausend oder dreitausende Markten.

00:10:55: Den habe ich mir gekauft.

00:10:57: Es war dann manchmal ein bisschen kritisch, wenn sich auf den Hof gefahren bin von den Kunden... ...dass sie sich im OP-Admiral schon angraben haben.

00:11:03: Aber das zeigt ja auch, dass man Erfolg hat irgendwo.

00:11:10: Dann hatte ich noch einen Kunden der für die Inseminowerbung gemacht.

00:11:15: Das war ein Journalist und für den habe ich auch gearbeitet.

00:11:18: Und für die insemino dann auch geararbeitet.

00:11:21: Es ist wirklich spannend und halt Spaß gemacht!

00:11:24: Du hast die ganze Menge

00:11:27: Mitarbeiter nachher?

00:11:28: Ja, ich kenne ja nicht alles alleine machen.

00:11:30: Ich musste dann aufstocken und erst haben wir durch meine erste Frau einen Reitstall in Heppach.

00:11:36: Da habe ich dann im unteren Etage eine Agentur drin gehabt mit zwei Mitarbeiter.

00:11:42: Dann wurde das Meer und dann ging es auch auseinander.

00:11:45: Wir sind nach Thetten angekommen hier ganz grob und schnell.

00:11:49: Da hatte ich dann dieses Fitnessstudio, hat oben die Wohnung und ganz oben und die Agentur mit fünf Mitarbeitern.

00:11:56: Es war also interessant.

00:12:05: Ja,

00:12:06: meine Frau war der Suchreiterin und nachdem wir uns kennengelernt haben habe ich gesagt reiten das ist ein toller Sport und wir hatten einen Bekannten Pferdeverkäufe waren, habe ich mir einen Pferd gekauft.

00:12:20: Das war Rocco.

00:12:23: Rocco war wie sein Name klingt sehr feurig.

00:12:27: Der hat mich alleine über die Hindernisse getragen sozusagen.

00:12:32: Nur wenn er mal gestoppt hat und ich nicht aufgepasst hab dann flog ich übers Hindernis und Rocco stand auf der anderen Seite.

00:12:38: Es muss ja jetzt gewesen sein wo du plötzlich die Wahnsinnsidee hattest die schöne Bodensee-Region zu verlassen Und in die Öde und Wildnis nach Kanada zu gehen.

00:12:51: Da hatte ich dann einen Kunden aus Hamburg, der hat gesagt, du siehst schon aus wie sechzig mit vierzig.

00:12:56: Das geht es ja nicht!

00:12:57: Komm mal rüber nach Kanadas und da habe ich was für dich.

00:13:01: Der hat mich mitgenommen und hat mir etwas gezeigt.

00:13:03: und nach einer Woche bin ich zurückgekommen, wie gesagt mit fünfhunderttausend Quadratmeter Land halb Insel im Atlantik bei Luhnenburg kauft mit zwei Kilometer Wasserfront.

00:13:13: Konnte man sich am Boden sie niemals leisten, schon damals nicht.

00:13:18: Das waren, glaube ich um die dreihunderttausend Dämerk oder Dollar.

00:13:22: Ich weiß nicht mehr genau sowas.

00:13:24: Zwei Kilometer Wasserfront?

00:13:27: Ja nachdem wir dann auch Kontakt gehabt haben mit den Kanadiern drüben und haben wie gesagt okay wir haben das Land gekauft ihr sollt ihr Arbeit haben.

00:13:47: Aber legen wir nicht mal so den Schwerpunkt auf die Frauen, sondern auf die Arbeit.

00:13:53: Was ist denn da gewesen, dass du plötzlich angefangen hast zu malen?

00:13:57: Das war ja vorher gar nicht irgendwo abzusehen.

00:14:00: Beeinflusst eben durch diese Leute, die kamen.

00:14:03: und ich habe gesagt, ich probiere es, meine Frau sagt dann mach doch mal was!

00:14:07: Unsere Wände sind leer im Haus, du kannst das doch... Ich kann das nicht.

00:14:11: Ist so wie richtig

00:14:12: eine Frau sein

00:14:13: kann.

00:14:13: Hättet

00:14:14: ihr das nicht gesagt?

00:14:16: Wahrscheinlich, ne.

00:14:18: Und dann waren sie zum Einkaufen und in der Stadt in Hellifax zwei Stunden weg oder drei Stunden... ...und ich habe dann gemalt so groß einen Blumenstraußabstrakt.

00:14:30: Den wollte ich dir denn schenken, ne?

00:14:31: Ich hab Blumen gemalt, abstrakt, richtigen Blumenstraußen.

00:14:36: Und da kam sie da, ich sag, das sieht doch ganz gut aus!

00:14:38: Gefällt mir ja.

00:14:40: Das war dann so der Impuls.

00:14:42: jetzt mach' ich weiter.

00:14:42: Wie heißt der Ort?

00:14:44: Das

00:14:45: ist direkt am Meer.

00:14:47: Nova Scotia ist die Provinz, Hellifax ist die Hauptstadt nicht weit weg und Terrence Bay das war der Ort der Fischersfischerdorf ein Fischerdorf mit ein paar hundert Fischer die dann ja unsere Freunde geworden sind und es war also wirklich toll.

00:15:03: Und dann sind wir wieder, wie gesagt, wir sind ein paar Mal rübergeflogen immer wieder und sind zurückgekommen hier.

00:15:10: Wir sind hier auf Messen gegangen haben die Grundstücke verkauft, die wir neu dazugekauft hatten also nicht nur das eine was wir da am Anfang waren sondern es wurden dann mehr, mehr und mehr Inseln halbinseln... Habt ihr das

00:15:21: verkauft an Deutsche

00:15:22: oder?

00:15:23: An Deutsche ist?

00:15:24: ich habe dann Messe gemacht in München, in Basel, in Zürich, in Hamburg In Stuttgart,

00:15:31: ja

00:15:32: Schweizer kamen natürlich sehr viele sogar.

00:15:35: Wie muss man sich das vorstellen?

00:15:37: Du bist Maler geworden hast nebenbei noch gemalt und hast hauptsächlich Grundstücke verkauft.

00:15:44: wie hat sich denn das so weiterentwickelt?

00:15:47: Ja in Hellifax zum Beispiel habe ich dann durch den Herrn Bladi der Hamburger ist und dort sein Büro gehabt hat.

00:15:57: Habe ich in der Nähe von der Bank of Nova Scotia Ries, eine große Bank ist das.

00:16:02: Bank of Montreal auch, also riesen Gebäude mitten in der Stadt Hochhäuser.

00:16:08: In der unteren Etage habe ich einen Raum gemietet, relativ günstig waren und da habe ich den Galerie eröffnet und hab dann die ersten Ausstellungen dort gemacht.

00:16:15: Und wie

00:16:16: kam das an?

00:16:17: Sehr gut!

00:16:18: Wir haben dann auch in einer Bank eine Ausstellung gemacht mit... Mit einem deutschen Quartett, was der Herr Bladi rübergebracht hat.

00:16:26: Die haben da Musik gemacht dazu und innen drin die Bankgebäude wirklich historisch mit Galerie wie eine Kathedrale.

00:16:34: Und unten waren die Bilder und die Musik und die Leute standen drum rum war also ganz fantastisch.

00:16:39: Hat sich deine Malerei denn irgendwie ein bisschen spezifiziert auf irgendeine Orientierung hin oder allgemein?

00:16:47: Bist du Allgemein geblieben?

00:16:49: Nein ich habe immer nur mir Gedanken gemacht Über Gegensätze, Spannungsverhältnisse.

00:16:55: Also ruhige Flächen gegen starke schwingende Bewegungen um einen solchen Gegensatz zu schaffen und das hat sich dann hier weiterentwickelt natürlich durch mehr Perfektion.

00:17:08: Du malst es eigentlich aus dem Innersten heraus?

00:17:10: Du kriegst die Impulse, die sind in dir... ...durch

00:17:13: dein Leben!

00:17:14: Ja, durch dein Leben, durch die Begegnung, durch den Menschen, durch deine Ereignisse, die du in deinem Leben hast.

00:17:22: Du hast ja interessanterweise dich gar nicht auf irgendeinen Untergrund festgelegt, sondern du malst eigentlich auf alles.

00:17:31: Auf Glas, auf Aluminium, auf

00:17:33: Karton,

00:17:35: Holz... Also es gibt glaube ich keinen Untergrund den du nicht malen würdest!

00:17:39: Warum?

00:17:42: Angefangen habe ich ja auf Leinwand wie man das normal macht Öl auf Leynwand und das hat auch Riesens Spaß gemacht, ich habe viel Oil auf Leinwand gemacht.

00:17:53: Und dann sind aber Dinge passiert wie zum Beispiel... Dann hab' ich mal gesagt was kann ich sonst noch für Materialien nehmen?

00:18:04: Hinter Acrylglas oder Glanzpapier?

00:18:09: Die Rückseite von Glanz Papier ist matt und da habe ich zuerst drauf gezeichnet.

00:18:16: auf dieses Aufglanzpapier auch gegangen und habe ich gemerkt, das kannst du ja verwischen und kannst drauf arbeiten.

00:18:21: Und dann hab' ich auf Glanzpappier gemacht.

00:18:23: Das sind denn diese Geschichten hier.

00:18:26: Und was dazu kam?

00:18:27: noch mit dieser Tusche die ja flüssig ist muss man also Waagrecht arbeiten nicht auf der Staffelei damit sie nicht sonst wohin läuft außer mein Wils.

00:18:37: Und dann ist die Tusche auch auf den Aluminium-Linial gefallen.

00:18:42: Am nächsten Tag wollte ich sie wegwischen, dann ging die Tuschel nicht mehr von diesem glatten Aluminum weg.

00:18:48: Dann bin ich mal in Siebdrucker gegangen und habe gesagt, ich brauche Aluplatten.

00:18:52: Gibt es so etwas?

00:18:53: Zinsern für das Hafen ist eine bekannte Persönlichkeit mit Autobeschriftungen und Messebau und was weiß ich alles.

00:19:01: Was magst du heute mit Acryl mehr oder...?

00:19:05: Also doch, ich meine dann auch Öl, da habe ich dieses...

00:19:09: Das geht auf Aluminiumöl?

00:19:11: Nein.

00:19:12: Es geht alles!

00:19:13: Nur dort könntest du es abblättern.

00:19:15: Aber Öl auf Hinterglas hinter Acryglas geht fantastisch.

00:19:19: Mein Eindruck von deinen Bildern ist so dass man das Gefühl hat, es ist irgendwie mächtig.

00:19:25: Es sagt etwas.

00:19:26: Es ist nicht so, dass man einfach drüber hinweg guckt.

00:19:31: Jedes Bild hat irgendeine Aussagekraft.

00:19:33: Es berührt einen, und du hast ja auch ab und zu angefangen in den Bildern gegenständlich zu werden.

00:19:40: Du hast also Personen mit eingebaut.

00:19:44: Aber es ist nicht so als wenn das komplett fertig ist sondern es wäre immer noch Spielräume.

00:19:53: Der soll selber noch ein bisschen dran denken, mitarbeiten, gedanklich.

00:19:58: Jetzt bist du in der Wildnis Kanada.

00:20:01: Hast dir einen gewissen Namen gemacht?

00:20:03: Hast du internationale Kunden sogar gefunden oder bist du plötzlich in Tetna?

00:20:08: Wie geht das?

00:20:10: Die Nähe zu meiner Mutter die immer noch gelebt hat aber dann eben wie gesagt alleine weil der Vater gestorben war.

00:20:18: Mutter natürlich ein bisschen alter wo es auch nicht mehr so ging.

00:20:21: pflege ... Pflegesituationen, wir mussten die Mutter pflegen.

00:20:24: Sie war im Pflegeheim... Ich bin mir in ihr einkaufen gegangen damals noch alles und habe sie betreut mit.

00:20:31: Und bis dann die Demenz kam und sie ist dann hundert-eins geworden.

00:20:35: Hundert-Eins?

00:20:38: Ja.

00:20:38: Das ist ja noch ein paar Jahre vor dir.

00:20:41: Ja, ich... Ja, zweiundachtzig aber ich merke es jetzt schon.

00:20:44: Du

00:20:45: musst hundertzwei

00:20:48: werden.

00:20:48: Lieber nicht!

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