Inside Podcast #2 - Hardy Huber

Shownotes

30 Jahre lang war der „Flieger“ in Tettnang ein besonderer Treffpunkt für Musikfans aus nah und fern. Unzählige Live-Konzerte, viele besondere Abende und immer wieder Künstler, die auf der kleinen Bühne für große Momente sorgten.

Im INSIDE PODCAST sprechen wir mit Hardy Huber über diese lange Zeit, über Höhen und Tiefen, besondere Begegnungen und darüber, was den „Flieger“ für ihn und seine Gäste so besonders gemacht hat.

Natürlich geht es auch um die Frage, wie es nach 30 Jahren weitergeht und welche Pläne Hardy für die Zukunft hat.

Ein persönlicher Rückblick auf drei Jahrzehnte Live-Musik in Tettnang und auf ein Kapitel, das viele Menschen in der Stadt geprägt hat.

Weiteres in der Sendung: https://insidecity.info

Video unter: https://youtu.be/DrpZndmUfKY

Transkript anzeigen

00:00:01: Dreißig Jahre lang war der Flieger ein Szene-Tempel für Musikfans aus Nah und Fern.

00:00:07: Diese Ära ist nun zwar zu Ende, aber am

00:00:09: fünftzehnten August ließ Hardy

00:00:11: Huber es noch

00:00:12: einmal so richtig

00:00:13: krachen!

00:00:15: Die Nashville Band The Infamous Her

00:00:18: mit Frontfrau Monique zog alle

00:00:20: Register und begeisterte das Publikum.

00:00:44: Hier ging wirklich nochmal der Punk ab auf der wahrscheinlich kleinsten Bühne der Welt bei der die Zuschauer so nah an der Band waren wie kaum irgendwo sonst.

00:00:54: Ein absolut passender Abschluss einer langen Reise mit vielen Höhen und Tiefen,

00:01:07: Live-Auftritte hier gewesen, Live-Events, mitten im Wohnzimmer quasi.

00:01:11: Die Band Nea Kamal einer Band nicht kommen.

00:01:15: Super Musiker hast du auch eingelernt!

00:01:17: Welchen Kriterien bist du da vorgegangen?

00:01:19: Jeder sucht Locations wo man spielen kann.

00:01:22: die werden ja immer weniger und der Flieger ist natürlich prädestiniert mit Bühnen in den Mitte.

00:01:27: Es hat ja ein bisschen einen Konzertcharakter hier nicht nur ganz früher waren wir im Eck.

00:01:35: Die Masse macht es schon unmöglich, dass ihr jeder spielen kann.

00:01:38: Und dann sortiere ich natürlich aus alles was so reinkommt von Agenturen und Zeug und von Bands tausend Kilometer weg.

00:01:45: das macht ja gar keinen sinnlischen Quatsch.

00:01:48: Wir sind hier auch nicht mit Kulturgelder gefüttert.

00:01:51: Das heißt wir müssen freischaffen und gucken dass man das einigermaßen finanziert.

00:01:56: kriegen Break Even manchmal reicht uns Wenn wir Spaß haben wenn's ein toller Abend ist die Band toll.

00:02:03: Und dann, wie du gesagt hast ... Ja ein bisschen haben wir auch.

00:02:07: Ich nenne es einfach auch der Eigengeschmack also... Du bist

00:02:11: jetzt nicht der klassische Musiker direkt aber du hast mir verraten, dass du Geige spielst.

00:02:16: Wie kommt man überhaupt zur Geige?

00:02:18: Als Junge ist das immer ein bisschen schwierig.

00:02:19: da muss man schon im Umfeld die Familie muss schon da ein bisschen in die Errichtung sein Spürst du ab und zu noch mal oder gar nicht mehr.

00:02:25: Das

00:02:26: Elternhaus aus dem ich komme das war Schulleiter in Tuttlingen Das sehr gute Bürgertum und da war klar, dass beide natürlich Abitur machen.

00:02:35: Und bei den Musikinstrumenten haben mein Bruder zu Waldhorn gequält worden.

00:02:41: Ganz schlimm!

00:02:43: Das war eine herrliche Weihnachter.

00:02:45: wenn Vater Klavier gespielt hat, Bruder Walter nicht musste Violini und Mutter hat nicht ganz sauber gesungen dann war es froh, wenn sie endlich zur Geschenkverteilung kam.

00:02:56: Ja, Geige war halt mein Kumpel in der Klasse damals.

00:03:01: Das war der Sohn vom Geigenlehrer.

00:03:03: Der ist heute übrigens ein deutscher Bekannter Geiger, der Kumpl.

00:03:08: Ab und zu schreiben wir uns mal und so gar nicht... Absolut klassischer Geiger!

00:03:14: Und ich versuche ihm ab und zu mal was zu schicken, Nigel Kennedy oder aus der Rockmusik E-Geigen und sogar.

00:03:22: Ich finde es geil.

00:03:22: übrigens Musikprojekte wo eine Geige drin ist Das taugt mir.

00:03:27: So hat man natürlich dann aufgehört.

00:03:29: Sturm- und Drangzeiten mit Achtzehn, Neunzehn... Ich hab sie noch, die ist verstaubt oben bei mir an der Bude.

00:03:37: Spürst du auch noch mal oder gar nicht mehr?

00:03:38: Nee,

00:03:39: ich spreche nicht mehr!

00:03:40: Aber du hast natürlich deine Musikaffinität also das schelft auch dein musikalisches Gehör, also violinisch natürlich schon.

00:03:47: Also du hast Abitur gemacht.

00:03:48: wie ging's denn da weiter in deinem Leben?

00:03:50: Dann ist man zuerst mal ziemlich geplatzt.

00:03:56: Er erinnert sich nicht an die zweiten heiße Herbst, Deutschland und so weiter war der Meinhof.

00:04:02: Es war ja viel los in den Jahren.

00:04:04: Ich war auch dann auf vielen Berlinen.

00:04:06: Dann habe ich mich entschlossen, nicht zu studieren obwohl die Eltern natürlich da furchtbar eschofiert waren und bin dann erzieher worden.

00:04:17: Bin dann erzierer worden im Ravensburg auf der Zierschule.

00:04:22: Ich habe das dann irgendwie ein paar Jahre gemacht und kam dann in der Nacht.

00:04:30: Völlig überraschend war Peter hier, ich war hier Stammgast.

00:04:33: Es war halt auch eine Szenengnäpe.

00:04:35: Bäume, alte Stelle.

00:04:36: Flieger waren die drei Szenegnäpen.

00:04:38: Das war wirklich mal ein Bermuda-Dreheck des Ausgehens dieses Tätnern.

00:04:42: Sie kamen ja damals auch berühmt?

00:04:44: Absolut berühmt!

00:04:45: Ist auch alles abgegangen?

00:04:46: Ja, ist auch vorher noch.

00:04:47: Wo ist kein Keller?

00:04:48: Das alte Bäume vor dem Jahr zwei, da waren sehr viel Musik.

00:04:53: Der damalige Betreiber hat sehr viel gute Musik hergeholt, auch Livemusik und so.

00:05:02: Und ich war hier quasi ein Stammgast.

00:05:04: Das war eine meine Kneipe.

00:05:06: Und dann habe ich gesagt, ja, probieren wir es mal als Säten-Einsteger.

00:05:13: War

00:05:13: das schon live Musik hier?

00:05:15: Wir haben schon angefangen mit Regional-Bands.

00:05:19: Sie haben damals den Mother City Limit geheißen und ein paar andere oder so, also völlige lokale Bands die wir im Eck haben spielen lassen.

00:05:28: Ja da waren nicht immer viel los!

00:05:30: Das waren ja Knäpenzeiten wo jede Knappe bumsvoll war jeden Tag Sonntag, Montag egal nicht nur Wochenende.

00:05:39: Und dann haben wir das halt ganz langsam umgestellt.

00:05:42: Also, wir haben unseren musikalische Blick ein bisschen gewätet, ein bisschen überregional mal und so gar... Das ist halt Networking!

00:05:50: Du lernst dann irgendjemand kennen, dieser Mann da an der Wand wo er hängt?

00:05:55: Dieser Thomas Bluck war für uns natürlich auch ein Segen den mit einem Workshop hier gehabt zu haben und durch den sie mir quasi in die komplette deutsche Musikszene ein... getaucht und haben sehr, sehr viele Kontakte gekriegt.

00:06:09: Es ist

00:06:09: auch immer ein Sympathie Faktor glaube ich der eine Rolle spielt du mit den Musikern die Musiker mit dir das ihr euch irgendwie versteht oder?

00:06:17: Natürlich!

00:06:18: Das ist immer ein super Miteinander.

00:06:21: Manchmal ist es auch schwierig und so weiter, aber du kannst es jedem recht machen!

00:06:25: Es gibt natürlich auch in jeder Szene, ob das jetzt die Gastroszene ist, also die Gastronomenszene oder auch die Musikerszene, es gibt ja schon viele Neurotik- und Zeugenschwierigkeiten... In der Regel oder so weiter, wir haben heute... Wir machen jetzt im Schaulaufen teilweise auch so Revival-Sachen.

00:06:44: Nächstes Jahr haben wir eine Band aus dem Osten, die, glaube ich, achtzehn Jahre nicht mehr bei uns gespielt haben.

00:06:50: Da ist es immer noch zum Drama und die gibt's immer noch.

00:06:53: Und dann sagen wir, komm, wir machen jetzt irgendwie ein... Aber das ist alles sehr persönlich!

00:06:57: Das ist alles auf Emotion, auf Freundschaft ausgeklickt usw.

00:07:03: Konzerte hier machen wir wenig, die jetzt einfach nur das normale Musik-Business...

00:07:10: Ich habe übrigens nirgends neunundachtzig angefangen mit dem Regionalfernsehen in Würzburg.

00:07:15: Und eine der ersten Bands, die bei uns aufgetreten ist live

00:07:18: waren die Pudis!

00:07:22: Das muss man sich mal vorstellen – es war damals ja noch nicht wieder vereinigt worden.

00:07:26: Es war gerade so im Frühjahr, ging das ja praktisch los Und mit Jürgen Drehfs hatte ich an einem Sonntag einen Termin, wir haben Chalk gehabt und an diesem Sonntags ging die Mauer auf.

00:07:41: Ich wollte eigentlich mit Jörg Drähfs über seine musikalischen Zukunftspläne reden und dann

00:07:47: haben wir natürlich

00:07:48: die ganze Sendung über das verfolgt was da abgegangen ist.

00:07:52: aber die Pudis Das war schon mal was.

00:07:54: Und Karat war bei uns auch etwas geschaffen, was einzigartig ist nämlich deine oben erst.

00:08:01: Wann bist du denn da auf die Idee gekommen?

00:08:04: Ja das ist schon zwanzig Jahre her.

00:08:05: dann haben wir mal irgendwann... Du musst dir vorstellen der Hanne war alles niemandes Land.

00:08:11: also Flieger waren früher quasi in der Bronx Da das verwilderte alte Gleis da drüben verwittert, war ja schon Jahrzehnte nicht mehr benutzt.

00:08:20: Alte Schuppen, diese Straße hat es jetzt nicht gegeben, das Kinderhaus hat's nicht gegeben und das Seniorenwohnheim hats nicht gegeben.

00:08:28: Und wir haben da draußen so eine Bushaltestelle, also es war sehr verhackt hier

00:08:32: aber er hat

00:08:33: auch was gehabt!

00:08:34: Es waren einfach auch die Zeiten, als den Knapp irgendwie aushalten.

00:08:39: Und dann haben wir gesagt, wir machen draußen was.

00:08:41: Dann haben wir von einem Fuhunternehmen einen Trailer ein Anhänger uns hinstellen lassen und sogar die Band auf den Anhängern.

00:08:48: Und angefangen hat es mit einer Bon Jovi Coverband aus Vorarlberg aus Österreich.

00:08:53: Mit denen haben wir heute noch Freundschaft und Kontakt.

00:08:57: Die waren eigentlich ganz gut in Deutschland auch angesagt.

00:09:00: Ja damals auch gerade die Zeiten.

00:09:02: Genau!

00:09:03: Und dann habe man das so erlebt wie der Auto.

00:09:07: Hier hundert Leute da draußen völlig stellgange sind und fand das natürlich eine super Sache.

00:09:15: Und dann gesagt, das machen wir nächstes Jahr wieder.

00:09:17: Und so hat sich das immer verändert.

00:09:18: Und irgendwann haben wir die Gelegenheit gehabt bei Irgen Leier unter ... Er hat dann gesagt ja, wir können es schon mal

00:09:25: unter Bach

00:09:25: probieren.

00:09:26: Das ist ein größeres Rad drehen und so.

00:09:28: Und das war im Jahr zwei Tausendsechzehn.

00:09:30: Dann haben wir eben diese Rock-Anarchie.

00:09:33: Uns in Marvel, das war ja immer so ein roten Gringer auch.

00:09:37: Die heimische Band, wo alle lieben und alle hingehen usw.

00:09:41: Und dann der Zunaheber für Rock-Anarchie.

00:09:44: Also wirklich Rockmusik, Klassikrock mit Leute aus Manfred Mainz Erstband oder aus Simple Minds.

00:09:52: War

00:09:54: damals auch gerade die Zeit für Bon Jovi?

00:09:57: Ja!

00:09:57: Und Manfred hat sogar hier in deinem Haus übernachtet.

00:10:02: Mit Roger hat hier im Tiny House übernachtet.

00:10:05: Nicht im Hotel hätte er auch können, aber der hat gesagt es ist nicht hier.

00:10:10: Der ganze Ohm erlebst du auch wieder?

00:10:13: Völlig chillige Menschen die total angenehm sind oder so.

00:10:21: Also das ist kein Automatismus dass man sagt ja die kleinen regional alles... Bombe, alles super.

00:10:28: Und oben wird es immer unangenehmer und arrogant oder blöder.

00:10:31: Das stimmt natürlich nicht.

00:10:32: Es ist alles Klischee.

00:10:34: Es kommt immer auf den Einzelnen an und da machst du halt deine Erfahrungen.

00:10:37: Da haben wir dann ... Ich weiß nicht, ich glaube, fünf oder sechs Jahre haben wir da unten das machen können bis Leier umgebaut hat.

00:10:46: Dann haben wir gesagt okay, dann gehen wir jetzt tatsächlich auch wegen der logistischen Versorgung.

00:10:52: Gehen wir jetzt gegenüber vom Flieger auf diesen Parkplatz und haben da noch mal vier Jahre Da haben aber auch großartige Leute verpflichtet können.

00:10:59: David Reedman, eben dieser ... Kümert war da und so weiter.

00:11:09: Von Rainbow, der Tony Carey war da.

00:11:15: Die Österreicher, die sind Monroe's mit Gabali, glaube ich auch von den Sechzig-Achtzigtausenden.

00:11:21: Immer noch regelmäßig bei uns auch hier drin.

00:11:23: Seit vielen Jahren kommen die in den kleinen Flieger, aber jetzt im November ist fast schon wieder komplett ausverkauft.

00:11:30: Mit der Überdachung hattest du ja das Wetter einigermaßen im Griff?

00:11:34: Das ist immer ein Risiko.

00:11:36: Es hat ja immer hier aus den Nähten geplatzt.

00:11:39: Wie viele Leute waren da so drin bei einem Live-Konzert abends?

00:11:43: Wir haben eine Kapazität von Hundertzwanzig wenn er richtig voll stupfst.

00:11:49: Aber das erreicht er heute kaum mehr.

00:11:51: Die Zeiten sind einfach vorbei, es ist wahnsinnig schwer worden die Leute vom Sofa hoch, die älteren Generationen werden halt auch ältern fallen hinten runter und die Jüngeren haben andere Interessen, andere Wege musikalisch.

00:12:07: Wenn man

00:12:08: Tettmann so vor Augen hat, so eine Hopfengeschichte, Blasmusik jeden Mittwoch und dann so ein Outlaw-Laden hier wie der Flieger War denn das dein Publikum überhaupt aus Tetna?

00:12:21: Oder wo kam die her?

00:12:23: Der Publikums sind natürlich Musikinteressiert.

00:12:28: Und natürlich auch oft Ältere, die eben diese Zeiten von Stones, Beatles bis Elvis hier dem Mann raus, der Rock'n'Roll aus der Fünfziger, Sechziger oder so... Es wird natürlich immer schwieriger!

00:12:40: Also je mehr du in Chancry kommst, Fusion Rock oder irgendwie sowas, Das, was junge Leute heute ablehnen oder so weiter.

00:12:52: Reggae zum Beispiel ist gar nicht mehr so angesagt.

00:12:55: Also von mir jung waren, Mari und irgendwie sowas.

00:12:57: Reggie war natürlich voll geil.

00:13:00: Heute sagen viele jüngere Generationen mit Scheiß-Reggie und so.

00:13:04: Und Plus

00:13:05: z.B.,

00:13:06: jetzt wird ja auch abgelehnt halt.

00:13:07: Plus sei total langweilig und irgendwie so was.

00:13:12: Es ist schwierig.

00:13:13: Wir haben die Interessierten, die noch da sind und da haben wir ein Einzugsgebiet, wie es mag da auch, von Bissbass-Waldsee oder Lindau natürlich oder Österreich vor Albergh auch noch, und halt Teile von Tätnagen.

00:13:26: Wobei Tätlang da natürlich gar nicht so einfach ist.

00:13:30: Weil, wie du gerade gesagt hast, Tät lang ist natürlich geframed mit anderen Arten von Festen.

00:13:35: Da gibt's hier Schwerpunkt sehr viel auf Blasmusik auf Volksfestierung sogar.

00:13:43: Ich glaube ein großer Einschnitt war die Corona-Zeit, wo ja viele drunter gelitten haben, Einschränkungen ohne Ende.

00:13:51: Wie ist denn das bei dir abgelaufen hier?

00:13:54: Ja gut, mir als Livemusiklern, wir waren natürlich völlig besturzt dass alles geschlossen ist.

00:14:01: also muss ich sagen Gastronomie hier war neun Monate insgesamt geschlossen zwangstgeschlossen

00:14:06: ganz geschlossen

00:14:07: Zwangs geschlossen, also in verschiedenen Etappen.

00:14:10: Zwanzig ein bisschen und dann eine zwanzig.

00:14:12: Sammengezählt waren das neun Monate wo wir kein Geld verdienen durften.

00:14:17: Wir haben natürlich teilweise Unterstützung bekommen manches zurückgezahlt, manches behalten können.

00:14:23: Man mag ja gar nicht mehr darüber reden oder so.

00:14:24: aber musikalisch war es so dass mir gesagt haben no way!

00:14:28: Wir hören nicht auf.

00:14:29: Also wir legen jetzt City-Hände in den Shows.

00:14:32: Dann haben wir angefangen mit Streamen.

00:14:34: Wir haben uns da rein pissen, um ein paar Konzerte auf YouTube live zu streamen und dann haben wir die Genehmigung bekommen.

00:14:43: Auf der Straße hier im Freien.

00:14:46: Angefangen mit Auto oder musst du es im Auto bleiben?

00:14:49: Dann irgendwie ... Du musst das in Gruppieren und darfst das Nähmensauto stehen und so weiter.

00:14:53: Du

00:14:53: musst dem Auto

00:14:54: bleiben.

00:14:55: Ja, Autokonzerte!

00:14:58: Also

00:14:58: die Maske

00:14:59: hat nicht gereicht?

00:15:00: Nein, hat nicht.

00:15:02: Wir haben tatsächlich gesagt es ist uns wichtiger Musik immer noch an die Leute ranzubringen wie jetzt aufzugeben und zu sagen so ein Scheiß machen wir nicht mit.

00:15:11: Ich habe irgendwann zu der Zeit Leute gesehen im Auto hier allein im Auto saßen und eine Maske getragen haben.

00:15:17: Ich hab' Leute gesehen die im Fahrrad alleine Fahrrad fahren und in den Masken freien.

00:15:22: Du lass uns da nicht mehr darüber reden, es ist so unsäglich das Riesenthema und wie alle anderen Themen inzwischen völlig gespalten und so aufgeladen.

00:15:32: Wie ältrig wird umso weniger mag ich überhaupt noch diskutieren über Dinge oder so weiter?

00:15:39: Es gibt ja kaum mehr Unterhaltungen.

00:15:41: also ich sage irgendwas und du sagst was anderes weil du eine andere Meinung hast.

00:15:45: ich höre zu Überlegt, gebt dir vielleicht teilweise auch recht.

00:15:49: Man einigt sich.

00:15:50: Wo findet denn das statt?

00:15:52: Es wird nur noch aufeinander eingeschlagen.

00:15:56: Bist du nicht meiner Meinung, bist du mein Feind und so weiter.

00:15:59: Und ich habe da keine Lust mehr.

00:16:02: Ich bin einfach müde mit sowas geworden.

00:16:05: Und zurück oben erst war schwierig weil wir haben sehr viel Wetterpech gehabt.

00:16:14: War natürlich aufrustriert oder so.

00:16:16: Auf der anderen Seite haben wir gesagt, wir ziehen es durch und haben dann zusätzlich durch diesen Open Airs auf der Straße hier tatsächlich bei Leier unten sowohl zwanzig wie einzwanzig zwei fünfhundert der Open Air geniemlich kriegt auch unter strengen Auflagen.

00:16:30: Wie hat das genehmigt?

00:16:32: Da muss man sagen Wahnsinn Eier in der Hose des zu machen und ich glaube heute Müsst man ihn erst recht loben oder so weiter, dass er den Mut gehabt hat.

00:16:42: Weil es hat ja alles auch funktioniert und wir haben das... Also wo man sich bei uns auch immer verlassen konnte, dass wir ordentlich produzieren also sogar auch hier mit den Open Airs, dass man sich darauf verlassen kann, dass sie das ordentlich machen, dass bei uns keine Vorfälle, dass nicht irgendwie irgendwas unterlaufen oder...

00:17:03: Ich war ja selber oft Gast hier und habe mir das angeschaut und ich hab diese Stimmung genossen Dieses einzigartige Erlebnis, wo du die Gitarre

00:17:12: selbst

00:17:13: in der Anpfass hast.

00:17:16: Es gibt Bands, die sagen auch wenn der Flieger klein ist und wir schon viel größere Audiences kennt haben.

00:17:24: das war eigentlich immer einer unserer schönsten Events weil es so komprimiert.

00:17:32: Wir sind quasi nur eine Kopfhöhe höher wie das Publikum.

00:17:36: Wir haben keinen Bühnenkram, es ist total mitten drin statt nur dabei.

00:17:42: Du hast ja auch noch ein privates Leben über HD und das private Leben hat mit Reisen dazu zu tun.

00:17:50: Du bist Torradfahrer auf jeden Fall hast du mit diesem Motorrad schon bisschen die Welt bereist kann man so sagen.

00:17:59: ich hatte mal ne Phase zwischen Vierzehn und fünfe Fünfzig vom Alter her, wo es mir auch möglich war durch Rückendeckung Frau Team Mitarbeiterinnen oder so dass ich sagen könnte du kannst drei Wochen abhauen.

00:18:15: Und dann habe ich das Bike geschnappt und bin teilweise ungeplant einfach los gefahren.

00:18:20: Jetzt sehen wir was waren denn so deine Highlights?

00:18:22: wenn du unterwegs mal zurückblickst?

00:18:24: Norsen Westendrail in Schottland ganz oben umeinander finde ich sehr gut.

00:18:29: Dann, unser Spielwiese war ja lange Zeit eine Nationalparkmärk-Kontour über Nizza.

00:18:35: Diese, sagen wir mal, dreiehundert Quadratmeter, wo lauter zweitausender sind... Von der Sturr

00:18:39: mit Motorrädern?

00:18:40: Ja, Reste von, wie sie alle heißen, Kajol und Isuaren.

00:18:45: Ja, da sind wir natürlich jahrelang, sind wir einen Wochenende, zwei ist ich runtergefahren.

00:18:49: Freitagmittag schnell ins BMund und dann zwei Tage gibt ihm Saures ohne Ende!

00:18:56: Haben es alle überlebt, gut zu sagen.

00:18:58: Irgendwann habe ich dann auch gedacht, jetzt haben wir genug Glück gehabt und jetzt höre ich's auf!

00:19:02: Eigentlich bist du ja ein Glücksbild.

00:19:05: Du wirst in einer normalen Branche und hast eine Partnerin gefunden die das Leben wirklich mit dir teilt.

00:19:14: Beruflich, privat... Da passt alles zusammen.

00:19:19: Das ist schon sehr viel Glück dabei gewesen oder?

00:19:23: Sie war Gast hier drin, also der der Klassiker.

00:19:26: Das waren junges Mädchen und sogar dann habe ich sie gefragt das ist ja heute nur so wenn irgendwelche netten Mädchen in den Lade kommen fragst du ob sie Interesse am Nebenjob haben weil es ist ein Desaster was Personal zu finden in der Gastronomie und auch gutes Personal zu finde sogar.

00:19:51: Und dann habe ich sie gefragt und dann hat sie tatsächlich hier angefangen.

00:19:55: Ist die

00:19:56: auch aus

00:19:57: der Ecke?

00:19:58: Es war aus Neukirch, da hat sie gewohnt.

00:19:59: Aus Köln eigentlich

00:20:01: ne?

00:20:01: Ja ursprünglich aber schon lange hier gewesen... Irgendwie irgendwann hat sich was verändert.

00:20:11: Was war denn so die Highlight-Zeit, wo du gerne zurückblinkst von der Musik her vom Auftritt und von der Stimmung?

00:20:18: Ich denke das sind zwei Hälften.

00:20:20: Das eine ist die reine Kneipenzeit, wo Musik quasi wenig Rolle gespielt hat, wo wirklich Bums voll war, wo viel trunken war, was natürlich auch sehr oft aus Stimmung war.

00:20:30: Manchmal auch tatsächlich auch mal irgendwo ein bisschen schwieriger geworden ist und so weiter.

00:20:37: Wo würde ich jetzt heute auch nicht mehr wollen, wenn viel zu alt ist.

00:20:40: mit irgendwelchen Betrunken rumzutänzeln.

00:20:46: Das war diese Zeit, wo viel getrunken worden ist in den Knäben, wo Bums voll war und alles im Knäbengang ist.

00:20:54: Geschäftsleute nach der Arbeit, um siebzehn Uhr in die Knäbe getrunkt und daart gespielt und am neunzen Uhr heim zu Frauen und Kinder.

00:21:02: Man ständig Stammtische geht, Feierabend, Hock, kennst du auch noch wahrscheinlich?

00:21:07: Gibt's ja so überhaupt nicht mehr, das ist alles weg!

00:21:10: Das war die eine Hälfte und die andere Hälften waren dann nach dem Umbau.

00:21:16: Zölf Jahre später hier Bühne rein gebaut, viel mehr Schwerpunkte auf Musik gelegt.

00:21:23: Da waren die Highlights sicher bis kurz vor der Pandemie.

00:21:29: Wir hatten da wirklich acht von zehn Konzerten Bums voll gehabt während jetzt nach der Pandemie sind es zwei von zehn.

00:21:38: Also die Geschichte ist ja auch nochmal interessant.

00:21:40: Eigentlich wollte die Stadt Tetang dir nichts Gutes, ne?

00:21:44: Die haben also hier versucht das ehemalige Bahnhofsgebäude sich anzueignen und es komplett neu zu gestalten, neu aufzubauen für was ganz anderes zu benutzen.

00:21:55: Was war denn die Idee?

00:21:57: Fakt war die Entlastungsstraße, wo ihr geplant war hätte so eine Trasse gehabt dass man der Flieger hätte abreißen müssen Abpressen.

00:22:09: Für die Straße hätten wir der Flieger den kleinen Bahn öffnen müssen und so.

00:22:12: Da gab es natürlich Solidarität, wir haben das auch gepusht in Petition und Zeug und dann war tatsächlich so, dass man gesagt hat vielleicht gibt's ja doch die Möglichkeit die Trasse zu legen oder dass der Flieg quasi ganz dran ist.

00:22:29: Ja, das war halt eine Entscheidung vom damalsigen Bürgermeister.

00:22:33: aber jetzt Es vernichtet das Objekt oder ob er es rettet.

00:22:37: Und da war er natürlich als Retter, dann glaube ich auch besser angesehen und hat sich für diese Lösungen entschieden.

00:22:44: Für uns war's gut!

00:22:45: Die Brauerei war hochzufrieden, dass sie weiterhin ein Verkaufsobjekt gehabt hat...

00:22:51: Ich

00:22:52: habe es dann kräflicher erworben.

00:22:53: Also die Brauerei der war ja Besitzer?

00:22:57: Die Hälfte quasi der Stadt verkauft und die andere hälfte uns und auf unserer Hälfe stand das Gebäude Und die andere Hälfte war quasi jetzt frei für die Entlastungsstraße, die da draußen verläuft.

00:23:08: Obwohl den Flieger in der alten Form so als Kneipe und so weiter ja wahrscheinlich nicht mehr geben wird gibt es auf jeden Fall dieses Wahnsinns-Event, den Famous Hear eine Band, die eigene Musik macht, quasi eigene Sounds hat.

00:23:55: Ich schalte die Sachsen ein bisschen Wehmut im Herzen natürlich... Eine Reise geht zu Ende, aber wenn eine Reise zu Ende geht beginnt ja vielleicht wieder eine neue.

00:24:37: Du hast auf jeden Fall neue Ideen umgesetzt.

00:24:41: Was ist jetzt aus dem Flieger für die Zukunft geworden?

00:24:45: Also wir haben mit dem Aufhören drei Jahr zwanzig, fünfundzwanzig Jahre in Kneipe, haben gesagt Wir werden das nicht zerstören und da hat er irgendwie ne Wohnung reinbauen oder so was.

00:24:55: Wir lassen den Fliegern so wie es ist bieten ihnen als Veranstaltungslocation an.

00:25:00: läuft auch ganz gut, dass wir hier viele Geburtstage, Hochzeit oder was weiß ich.

00:25:06: Wir hatten sogar schon mal eine Scheidungsparty natürlich nur eine Einsätige.

00:25:09: aber auch so etwas hat man schon einmal gehabt.

00:25:12: und ja das ist das Ding ein Fehler.

00:25:16: und das andere war dann haben wir gesagt mit den Italienhäuser lass uns doch einfach ein kleines Feriendorf für Urlauber machen.

00:25:26: Der Flieger da anzubieten, war natürlich das E-Typfele.

00:25:30: Also wir haben diesen Lade tatsächlich auf drei Portalen so wie er ist und müssen wenig umbauen.

00:25:36: Wir haben beide Konzessionen bekommen Also Knappenbetrieb und Übernachtungslocation.

00:25:43: Und da haben wir schon ganz kurile Sachen gett, dass hier fünf Motorräder reingefahren sind wie in amerikanischen Filmen.

00:25:48: die können quasi neben ihre Motorrädern können sich schlafen, können hier alles benutzen.

00:25:53: es ist alles auf Vertrauen ausgelegt.

00:25:56: Wir machen da nur gute Erfahrungen, das uns dann niemand bescheißt oder sowas.

00:26:00: Was gesagt du?

00:26:02: Richtig.

00:26:03: Die schreiben einfach auch

00:26:06: was sie verbraucht haben.

00:26:08: Ganz genau.

00:26:09: Wir haben da keinen Überblick, es gibt ja natürlich auch keine Kameras und gar nichts mehr vertrauen darauf dass das funktioniert und haben da völlig unterschiedliche Geschichten.

00:26:16: und dann kommt die japanische Familie wo der Mann mir dann sagt meine Frau hat die ganze Nacht Klavier gespielt wenn meine Tochter hatte zu getanzt.

00:26:26: solche Geschichten oder wir haben ein bisschen

00:26:30: Fliegerapfinen.

00:26:33: Also auch die Bewertungen in den Portalen oder hier im Gästebuch, da liest du so Sachen wie... also jetzt ein Leuchtturm in Kalifornien.

00:26:41: auf der Vorklage der Insel wäre vielleicht nur das Ü-Tifle drauf.

00:26:45: Aber ansonsten ist es das geilste Abgefahrenschee wo ich je übernachtet hab mitten in einer Szenenkneipe.

00:26:54: Es gibt einen riesen Herd.

00:26:55: Das ist alles da, es ist eine Hotelniveau Der sanitären Anlagen.

00:26:59: Eine Dusche ist im Herrenglo.

00:27:01: Du hast ja vorher alles gesehen und das ist schon selten, dass du so übernachten kannst.

00:27:06: Also wenn ich das alle als Resümee mal anschaue, Hardy um deinen Seelen heilen muss man sich keine Sorgen machen.

00:27:13: Ich glaube, du bist zufrieden mit dem Leben wie es ist Und ich wünsche dir für die Zukunft egal was es ist und egal was noch alles kommt Alles gut und vielleicht haben wir eine Chance wieder einmal zu quatschen was aus Hadihuba

00:27:29: in Zukunft wird.

00:27:31: Okay, danke schön!

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